03.10.2012

Wann kennt man sich selbst?

Manchmal denke ich an meine Vergangenheit zurück, schwelge in Erinnerungen, lächle bei Erinnerungen, die mir das Leben versüßt haben und frage mich "Was wäre gewesen wenn...?" Schätzomativ tut das ein sehr großer Teil der Bevölkerung, also ganz normal.

Was mir in solchen Gedanken aber immer wieder mehr oder weniger zum Verhängnis wird: Ich erkenne mich nicht wieder. Ich frage mich auf einmal, WARUM ich dies und jenes gemacht hab, welches Motiv und welche Absicht dahinter steckte und wieso und weshalb diese eine Aktion zustande gekommen ist, aus welchem Grund ich damals den einen Mann gewählt habe anstatt meine Freiheit beziehungsweise was mir an ihm gefiel, was ich zwei Monate später beinahe abstoßend fand.



Kaum habe ich mich so sehr verändert, wie in den letzten 2 Jahren. Ich werde heuer 20, viele haben sich in dem Alter bereits gefunden aber ich noch lange nicht. Behaupten, dass ich ein Niemand bin, möchte ich auf keinen Fall, wahrscheinlich würde man hier sagen, ich wäre ein Rohdiamant, der geschliffen gehört aber - mit welchem Schleifpapier, welche Stärke, hä? Ich habe bereits viel in meinem Leben erreicht, viel durchmachen müssen und viel Schönes erleben dürfen, von dem andere nur träumen können.

Meinen Charakter glaube ich manches Mal zu kennen, andrerseits scheine ich mir selbst manchmal total fremd zu sein, vor allem mein vergangenes Ich. Oftmals sehe ich keinen klaren, roten Faden, der sich durch mein Leben zieht und wenn, dann haften tausend kleine Knoten auf ihm und beschweren meinen Faden. Wenn es wieder gut läuft, sehe ich sogar einen Regenbogen-Faden.

Vorlieben und Hobbys habe ich auch, aber es kommt vor, dass ich genau diese hin und wieder scheiße finde.

Ich habe meinen Freundeskreis schon so oft gewechselt. Nicht weil mich Menschen mich nicht aushalten, nein, hierfür kenne ich mich gut genug, um zu wissen, dass es nicht so ist, aber: Ich bin sehr schnell gelangweilt von immer denselben Menschen und will Neues entdecken. Ist das gut, keine konstanten menschlichen Wegbegleiter im Leben zu haben? Braucht der Mensch immer was Neues? Achja und Monogamie: Ist das richtig? Ich würde meinen Freund niemals hergeben wollen, aber manchmal frage ich mich, wie es sich anfühlt, wo anders zu sein, bei jemand anderen.

Meine Familie bedeutet mir auch viel, aber ehrlich gesagt wünsche ich mir oft eine andere, da diese mich mit meiner Kindheit allein gelassen hat und ich mir selbst eine zurechtlegen "durfte", haha. Im nächsten Moment schäme ich mich für solche Aussagen, obwohl ich weiß, dass mir jeder Recht geben würde, der meine Geschichte kennt.

Und was schlussendlich immer durch meinen Kopf geht: haben andere auch solche Gedanken, wie geht es ihnen dabei und warum denke ich nicht einfach an mich selbst bevor ich mir über andere Menschen den Kopf zerbreche?

1 Kommentar:

  1. Hey, ehrlich gesagt habe ich mir auch schon oftmals diese Gedanken gemacht.

    Ich kann gut nachvollziehen, wieso du deine Handlungen von früher versuchst zu verstehen.

    Aber ich glaube, dass man sich da stundenlang den Kopf zerbrechen kann - ich bin aus meinem "früheren ich" zumindest niemals schlau geworden.

    Zu deiner letztem Frage.. Ich finde nicht, dass es negativ ist, wenn man zuerst an andere und dann an sich denkt. Man darf sich selbst nur nicht aus den Augen lassen und ja glaub mir, es gibt sehr viele Menschen, die sich über dieses ganze Thema den Kopf zerbrechen.

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